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2005

Ein „feuriger“ Start ins neue Jahr…Feuerwehr Riedhausen zieht Bilanz

Günzburg-Riedhausen (zg).

In der Nacht zu Silvester wurde die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Riedhausen beim Brand einer Scheune mit Stall nochmals gefordert. Diesen Großeinsatz, bei dem auch die Feuerwehren aus Günzburg und Reisensburg zum Einsatz kamen, stellte Kommandant Markus Buchmann in den Vordergrund seines Jahresberichts.

Zunächst begrüßte Vorstand Gerhard Tangel in seiner ersten Generalversammlung in der vollbesetzten Wirtsstube des Gasthauses Adler die Mitglieder und Ehrengäste der FF Riedhausen.

Aufgrund seines Studiums stellte Jugendwart Philipp Klaiber sein Amt als Jugendwart zur Verfügung. Sein bisheriger Stellvertreter Frank Blöck wurde von Kommandant Markus Buchmann zum neuen Jugendwart bestellt, zu seinem Stellvertreter wurde Joachim Jahn berufen.

Ehrungen

Für 10-jährige Tätigkeit wurde Markus Seliger, für 20-jährige Tätigkeit wurden Robert Buchmann, Thomas Flumm, Thomas Geiger, Walter Izsa und Andreas Riß geehrt.

Für 40-jährige Mitgliedschaft in der FF Riedhausen wurde Michael Schleifer von Kommandant Markus Buchmann eine Urkunde überreicht. Nach erfolgreichem Abschluss der Truppmannausbildung wurden Anna Tangel und Sabrina Tenyer von der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr übernommen und gleichzeitig zur Feuerwehrfrau ernannt.

2. Kommandant Michael Hartmann wurde zum Hauptfeuerwehrmann und Markus Seliger zum Oberfeuerwehrmann befördert.

Neu aufgenommen in die Jugendfeuerwehr wurde Wolfgang Schmid. Zurückgekehrt in die aktive Wehr ist Bernd Weilbach.

In seinem Grußwort stellte OB Jauernig fest, dass der Generationswechsel der Vorstandschaft nach den Neuwahlen im ersten Amtsjahr erfolgreich verlaufen ist. Er dankte vor allem dem erfolgreichen Führungstandem mit 1. Kommandant Markus Buchmann und seinem Stellvertreter Michael Hartmann für eine erfolgreiche Arbeit.

Stadtbrandinspektor Christian Eisele sieht vor allem in der Jugendarbeit eine wichtige Aufgabe. Gerade wenn eine Wehr nur wenige Einsätze hat, ist der Ausbildungsstand von großer Bedeutung. Im Rahmen seiner Möglichkeiten wird er sich für die Beschaffung des neuen Feuerwehrfahrzeuges einsetzen.

Ehrungen bei der Feuerwehr Riedhausen. Unser Bild zeigt (hintere Reihe von links): Vorstand Gerhard Tangel, SBI Christian Eisele, KBM Albert Müller, 2. Kommandant Michael Hartmann, Walter Izsa, Markus Seliger, Jugendwart Frank Blöck. Mittlere Reihe von links: OB Gerhard Jauernig, Andreas Riß, Robert Buchmann, Thomas Flumm, Bernd Weilbach, Wolfgang Schmid, Stadtrat Ferdinand Munk. Vordere Reihe sitzend von links: Anna Tangel, Michael Schleifer, 1. Kommandant Markus Buchmann.

Bild: zg

Aus Günzburger Zeitung vom 27.01.2005


Im Schnitt jeden Tag im EinsatzFreiwillige Feuerwehr Günzburg rückte vergangenes Jahr 345 mal aus ­ Motivierte Mannschaft

Von unserem Mitarbeiter Franz J. Paul

Günzburg

Wenn die Freiwillige Feuerwehr Günzburg auf das Jahr 2004 zurückschaut, registriert sie am laufenden Band Höchstleistungen: Sie rückte, aufs ganze Jahr bezogen, fast täglich aus ­ insgesamt 345 mal. Die Kräfte retteten dabei 44 Menschenleben, brachten in 214 Fällen technische Hilfe und übernahmen 67-mal Wach- und Feuersicherheitsdienst. Den roten Hahn, so der jüngste Jahresbericht der Wehr, vertrieben die 95 Aktiven von 54 Plätzen. Da blieb der Lohn nicht aus: Die Inspektoren gaben den Helfern in allen Punkten die Note „sehr gut“.

Für Kommandant und Stadtbrandinspektor Christian Eisele war das erfreuliche Ergebnis der turnusgemäße Feuerwehrinspektion im Mai 2004 der Anlass, sich bei der Jahresversammlung am Donnerstagabend bei Oberbürgermeister Gerhard Jauernig und dem Stadtrat zu bedanken: Sie hätten Neu- und Wiederbeschaffung von Gerätschaften und Fahrzeugen großzügig gefördert. Gut kam auch der eigene Stabraum im Gerätehaus an ­ „eine weiträumige Kooperationszentrale bei einem Katastrophenfall“. Eisele wandte sich ferner an seine „tolle Truppe“: „Die Arbeit mit euch macht mir viel Spaß.“

Der Rathauschef, zugleich Vorsitzender des Feuerwehrvereins, spielte den Ball sofort zurück: Er würdigte die Leistungen der beiden Kommandanten, der Gerätepfleger, des Jugendwartes sowie der übrigen Mitarbeiter im Vorstand. Alle verdienten die Anerkennung der Bürgerschaft, stellte Jauernig auf die Opfer der Ehrenamtlichen an Freizeit ab. „Wir dürfen stolz sein.“

Wie vielseitig, wie notwendig und wie erfolgreich die Feuerwehr der Stadt Günzburg ist, das entnahmen die 82 Besucher den in Worten, Texten und Fotos ausgelegten Berichten. Vorgetragen vom Kommandanten Christian Eisele, Vorsitzenden und OB Jauernig, Kreisbrandinspektor Gerhard Hillmann, Reinhold Attenhauser und Sonja Brand (beide BRK Günzburg) sowie Jürgen Schweizer (Autobahnpolizei). Jauernigs Fazit zu den 345 Einsätzen, davon 271 im Stadtgebiet und 18 auf der Autobahn: „2004 war ein Jahr der Superlative.“ Dies sei dem „hochmotivierten Helferteam“ um Stadtbrandinspektor Christian Eisele und dem neuen, zweiten hauptamtlichen Gerätewart Günther Schlögl („Die einzige Stellenmehrung beim städtischen Personal“, so der OB) zu verdanken.

Spektakuläre Fälle

Besonders spektakuläre Fälle ließ Eisele Revue passieren. Arbeitsreiche, auch gefährliche Einsätze waren es, wie der Auffahrunfall mit Vollsperrung auf der A 8 (26. Juli), wo der Fahrer eines Lastzugs mit Spreizer und Schere aus der Kabine befreit und die zähflüssige Ladung von Fahrbahnen, Böschung und Unfallstelle acht Stunden lang eingesammelt werden musste. Der aufwändigste Monat war der August mit 63 Alarmen. Dass einmal vier Einsätze an einem Tag zusammen kamen und alle gemeistert wurden, war auch Frucht beispielhafter Organisation: Am 3. Juli sicherten Wehren aller Stadtteile den Landkreislauf, das Sommernachtsfest im Waldbad, Veranstaltungen im Forum und im Legoland und wurden am Abend auch noch zu einem Brand in der Augsburger Straße gerufen. Eisele schloss daraus auf „hohe Motivation der Mannschaft“ und unterstrich: „Unser Fahrzeugbestand, insbesondere bei Großfahrzeugen, ist gerechtfertigt.“

Anschaffungen wie das Einsatzleitfahrzeug (2004) und das demnächst in Dienst gestellte Löschfahrzeug LF 16/12 fanden den Beifall im voll besetzten Löwen-Saal. Und da die Aus- und Weiterbildung (35 Übungen, davon eine den ganzen Tag mit 200 Helfern) laut Kreisbrandinspektor Gerhard Hillmann Schritt hielt, zollte der Vertreter des Kreisbrandrats Robert Spiller den Gastgebern volles Lob.

Bei der Laudatio auf langjährige Aktive betonte Hillmann den Wert der Nachwuchsarbeit, die der mehrjährige Jugendwart Peter Demharter ausbreitete. In zwei Gruppen übten 24 Jugendliche das Feuerwehr-Abc, beteiligten sich an den Leistungsprüfungen und kehrten auf Grund der feuchten Witterung mit nassen Erlebnissen aus dem Zeltlager Niederraunau heim. Sämtliche Regularien (Kassenbericht von Schatzmeister Achim Senser, Revision von Karl Stiastny und Stefan Jehle, Wiederwahl der beiden Kassenprüfer) gingen bei der Versammlung am Donnerstag reibungslos über die Bühne.

Mit dem Bus nach Bad Reichenhall

Heuer lädt Peter Demharter per Bus nach Bad Reichenhall (8./9. Oktober) zum Vereinsausflug ein. Auch das kommende Feuerwehrjahr sieht die Wehr in eigener Sache beschäftigt, richtet doch die siebtälteste bayerische Feuerwehr am 17. und 18. August 2006 im Volksfestzelt das 150-jährige Gründungsjubiläum aus. Cheforganisator Matthias Ringeis: „Damit die Vereinsangehörigen mit den Gästen aus nah und fern ungezwungen feiern können, verzichten wir auf ein eigenes Zelt und vertrauen auf die professionelle Mannschaft des Festwirts.“

Seit 25 Jahren im FeuerwehrdienstVor einem Vierteljahrhundert trat der Günzburger Klaus Demharter (Zweiter von rechts) in die Städtische Feuerwehr Günzburg ein. Grund genug, den treuen Helfer bei der Jahresversammlung auszuzeichnen. Kreisbrandinspektor Gerhard Hillman überreichte im Auftrag der Feuerwehrinspektion das Silberne Ehrenkreuz und eine Treueurkunde, unterschrieben vom bayerischen Innenminister Günther Beckstein. Unter den ersten Gratulanten war auch Oberbürgermeister Gerhard Jauernig (links). Kommandant und Stadtbrandinspektor Christian Eisele (rechts) fand herzliche Worte des Dankes und erbat sich vom Dienstjubilar weitere Mitarbeit zum Wohle der Bürgerschaft.

Text/Bild: Paul

Aus Günzburger Zeitung vom 19.03.2005


Deffinger Wehr ist gut in FormDie Ortsteilfeuerwehr investierte in Ausrüstung

Günzburg-Deffingen (zg).

18 Atemschutzgeräteträger hat die Freiwillige Feuerwehr Deffingen seit vergangenem Jahr in ihren Reihen. Eine gut ausgebildete Truppe ist die Stadtteil-Wehr also, wie bei der Jahreshauptversammlung deutlich wurde.

Vorsitzender Walter Spiegler begrüßte zahlreiche Mitglieder, Ehrenmitglieder und Deffinger Bürger sowie Stadtratsmitglieder und Vertreter der Kreisfeuerwehr. In seinem Tätigkeitsbericht konnte Kommandant Jürgen Stuhlmüller auf ein Jahr mit vielen Einsätzen, Übungen, Sonderübungen und Fortbildungsmaßnahmen zurückblicken. Sichtlich freute ihn, dass mit Harald Spiegler der 18. Atemschutzgeräteträger seine Prüfung bestanden hat. Insgesamt wurden die Deffinger zu elf Einsätzen, überwiegend technische Hilfeleistungen, gerufen.

Mit einem „Tag der Jugend“ wurde wieder eine Brücke zu den unter Zwölfjährigen und deren Eltern geschlagen. Die Kommandanten nahmen an überregionalen Weiterbildungsmaßnahmen teil. Die Jugendgruppe, die aus zwölf Mädchen und Buben zwischen zwölf und 17 Jahren besteht, hat weit über 100 Übungsstunden geleistet. Drei Jugendliche haben erfolgreich an der Truppmannausbildung Teil II teilgenommen. Die Jugendlichen werden von Jugendwart und zweiten Kommandant Harald Aubele und von Thomas Brandner betreut.

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig dankte allen für ihr Engagement in diesem Ehrenamt. „Der Einsatzwille an 365 Tagen im Jahr ist hoch“, so der OB. „Auch die Deffinger haben hierzu beigetragen.“ Die gute Arbeit des jungen Kommandanten, die Motivation innerhalb der Wehr, das „know how“ bestätigen, dass auch die Stadtteilwehren eine entsprechende Ausstattung benötigen. Stadtbrandinspektor Christian Eisele unterstrich die Notwendigkeit von neuen Gerätschaften und lobte den Ausbildungsstand, der eine sachgerechte Bedienung gewährleiste. Kreisbrandinspektor Reinhold Siegner stellte fest: „Die Organisation in Deffingen stimmt.“ Der Anteil an Atemschutzgeräteträgern sei sehr hoch.

Einen besonderen Platz bei den Ehrungen und Beförderungen nahm Siegfried Mayer ein, der seit 40 Jahren aktiver Feuerwehrmann ist. Sichtlich gerührt nahm er die Auszeichnungen entgegen. Norbert Schilling wurde Oberfeuerwehrmann und für 20 Jahre Mitgliedschaft in der Wehr ausgezeichnet. Zum Feuerwehrmann ernannte der erste Kommandant Wolfgang Traxler und Alexander Fuchs. Anschließend erntete Schriftführer Harald Sauter für die Protokollverlesung viel Beifall. Er ließ die wichtigsten Eckpunkte nochmals Revue passieren. Auch finanziell ist der Verein in gutem Fahrwasser. Kassierer Benjamin Bidell berichtete auch, dass die Deffinger wieder viel in die Ausrüstung und Sicherheit ihrer Wehrleute und Geräte investiert habe: „Von nix kommt nix.“ Für ein gutes Jahresergebnis sorgten wiederum die Mitglieder, die sich in vielen Bereichen engagierten. Mit einer Geschichte über die Entwicklung der Freiwilligen Wehren schloss der erste Vorsitzende die Versammlung. Er bedankte sich bei seinen Feuerwehrleuten, die bereit sind, ihre Freizeit in die Sicherheit der Bürger zu investieren.

Aus Günzburger Zeitung vom 21.03.2005


„Ein hohes Gut unserer Gemeinden“Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes fand in Ursberg statt

Von unserem Mitarbeiter Rainer Nissen

Landkreis/Ursberg

„Das Jahr 2004 war für die Feuerwehren des Landkreises ein verhältnismäßig ruhiges Jahr“, stellte Kreisbrandrat Robert Spiller auf der Kommandanten- und Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Günzburg fest. Im Bräuhaussaal der Ursberger Klosterwirtschaft erläuterte Spiller vor zahlreichen Gästen und rund 300 Feuerwehrleuten, dass das abgelaufene Jahr dennoch sehr arbeitsreich war. „Die Feuerwehren sind ein hohes Gut und wichtige Einrichtungen unserer Gemeinden“, betonte der Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde, Ewald Schmid, in seinem Grußwort.

Mit Blick auf die finanzielle Situation der Kommunen stelle sich in der heutigen Zeit die Frage, ob Feuerwehren zusammengelegt werden müssten, um Synergieeffekte zu schaffen, so der langjährige Kommunalpolitiker. Für die Gemeinde Ursberg könne Schmid die Frage beantworten: „Das wollen wir nicht.“ Dafür sei eine verstärkte Kooperation der Wehren geboten, so Schmid.

Auch der Kreisbrandrat zeigte sich bewusst darüber, dass es in Zukunft immer schwieriger werde, die bisherigen Sicherheitsstandards zu erhalten und zu ergänzen. Spiller sprach sich dafür aus, Beschaffungen zu zentralisieren und gemeinsame Lager für mehrere Ortsteilwehren anzulegen. Wenn die Feuerwehren auf Gemeindeebene zusammen rücken müssten, bedeute dies jedoch nicht, dass Feuerwehren aufgelöst werden müssten, so Spiller. Aber die Zusammenarbeit und die Ausbildung müssten noch effektiver durchgeführt werden.

Baur sprach Grußwort

Im Namen des Landkreises Günzburg begrüßte der stellvertretende Landrat Pantaleon Baur die Feuerwehrfrauen und -männer. Er unterstrich, es sei die schönste und wertvollste Tugend in unserer Gesellschaft, denen zu helfen, die in Not sind. Selbstlos helfen und ein gesellschaftlich wichtiges Ehrenamt ausüben werde im Landkreis Günzburg derzeit von 3909 Feuerwehrkameradinnen und -kameraden in 115 Freiwilligen Feuerwehren geleistet, so Kreisbrandrat Spiller. Hinzu kämen acht Werksfeuerwehren und eine Betriebsfeuerwehr, die dazu beitrügen, den Brandschutz und die technische Hilfeleistung im Landkreis sicher zu stellen. Kreisjugendwart Willi Sauter wies in seinem Bericht über die Jugendarbeit auf die Wichtigkeit des Feuerwehrnachwuchses hin. Mit einer Verdoppelung der Feuerwehranwärter auf 765 (609 Jungen und 156 Mädchen) in den vergangenen zehn Jahren konnte er für den Landkreis eine gute Entwicklung feststellen. Im Jugendverband sind 75 Jugendgruppen organisiert. Wie wichtig die Arbeit der Feuerwehren im Landkreis ist, zeigte Spiller anhand der Einsatzzahlen für das Jahr 2004 auf. Insgesamt waren 1384 Einsätze zu bewältigen, die sich in 180 Brandeinsätze, 850 technische Hilfeleistungen, 227 Sicherheitswachdienste und 127 Fehlalarmierungen gliedern. Der Betreuung direkt betroffener Personen und auch deren Angehöriger an einer Einsatzstelle durch Notfallseelsorger werde immer mehr Bedeutung beigemessen, berichtete Kreisbrandmeister Helmut Werdich.

Der Beauftragte für die Notfallseesorge im Kreisfeuerwehrverband betonte, dass auch die Nachsorge für die Einsatzkräfte nach besonders belastenden Einsätzen wichtig sei. Die 1997 im Landkreis in Betrieb genommene Notfallseelsorge umfasse derzeit neun Notfallseelsorger, die pro Jahr zu rund 20 Einsätzen alarmiert würden.

Aus Günzburger Zeitung vom 11.04.2005


„Ohne Stadtteilfeuerwehr geht es nicht mehr“Floriansjünger Wasserburg rückten insgesamt zwölfmal aus

Wasserburg (zg).

8, 12, 36: Diese Zahlenreihe ist der ganze Stolz der Freiwilligen Feuerwehr Wasserburg. Was sich dahinter verbirgt, wurde auf der Jahreshauptversammlung präsentiert: Acht Jugendliche und 36 Aktive gehören der Wehr an und zwölfmal mussten die Wasserburger Floriansjünger im vergangenen Jahr ausrücken.

1. Vereinsvorsitzender Lothar Böhm eröffnete die Versammlung mit einem Rückblick auf das Jahr 2004. Der Kommandant Helmut Maier erwähnte in seinem Jahresbericht nicht nur die Einsatz- und Personalstandszahlen, sondern auch die gesellige Seite, die nicht zu kurz kam. Ob beim Maibaumfest, beim gemeinsamen Ausflug mit dem Musikverein Wasserburg, beim Schnupperschießen mit Bogen oder bei diversen Kegelturnieren wurde die kameradschaftliche Seite gepflegt.

Manfred Doss wurde von Kreisbrandmeister Albert Müller für 25 Jahre aktiven Dienst mit Anstecknadel und Urkunde ausgezeichnet. Außerdem erhielt er ein Geschenk vom Kommandanten. Der 2. Jugendwart Josef Feldengut berichtete, dass die Jugendgruppe mittlerweile aus acht Jugendlichen besteht, die sehr engagiert und eifrig insgesamt 17 Übungen und Unterrichtsstunden besuchten. Das erstmals von der Jugendfeuerwehr eigenständig geplante und durchgeführte Funkenfeuer war ein voller Erfolg.

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig überbrachte die Grußworte der Stadt und wünschte der Wehr, dass das Klima so bleibe und weiterhin viel Spaß bei den Übungen.

Im Namen der Feuerwehrinspektion erklärte Kreisbrandmeister Albert Müller in seinem Grußwort, dass die Mitbürger eine schnelle und professionelle Hilfe erwarten. Stadtbrandmeister Werner Kohler bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit den Stadtteilwehren. Er betonte, dass bei über 400 Einsätzen in Günzburg die Stadtteilwehren gebraucht werden, ohne sie gehe es nicht mehr. Zum Abschluss bedankte sich der Vereinsvorsitzende bei allen Helfern und Gönnern.

Aus Günzburger Zeitung vom 13.04.2005


„Wer feste hilft, darf auch Feste feiern“Feuerwehr Günzburg erhält neues Fahrzeug

Günzburg (dm).

Zum traditionellen Gartenfest lud die Feuerwehr Günzburg am vergangenen Sonntag die Bevölkerung auf das Areal der Feuerwache. Höhepunkt war die Schlüsselübergabe für das neue Fahrzeug.

Nach einem gut besuchten Frühschoppen trafen sich die Aktiven der Günzburger Wehr, die Stadtteilwehren, die Werkfeuerwehren des Bezirkskrankenhauses und der Firma Arkema Wasserburg sowie eine Abordnung des Patenvereins der Feuerwehr Dillingen auf dem Schloßplatz. Nach einem Musikstück des Fanfarenzuges vom Brauchtumsverein Günzburg richtete Oberbürgermeister und Vereinsvorsitzender Gerhard Jauernig seine Grußworte an die Vertreter des Stadtrates und der Feuerwehrinspektion, die Abordnungen anderer Hilfsorganisationen und die angetretenen Wehrmänner- und Frauen sowie die zahlreichen Zuschauer. Jauernig betonte, dass die Feuerwehr Günzburg das ganze Jahr über feste arbeite. Zum Wohle aller seien die Feuerwehrleute an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr und auch über die Landkreisgrenzen hinaus in Bereitschaft und dabei immer wieder zahlreichen Gefahrensituationen im Einsatz ausgesetzt. Wer all diese Kriterien auf sich nehme, der habe auch das Recht, Feste zu feiern. Nur durch die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung, unter Aufopferung der Freizeit, sei der hohe Leistungsstandard und die Flexibilität der „Truppe“ gewährleistet.

Um dem Kriterium „Technik“ Rechnung zu tragen wurde ein neues Hilfeleistungs- und Löschfahrzeug, ein LF 16/12 in Dienst gestellt. Durch dieses Fahrzeug werden zwei „Feuerwehr-Oldtimer“ ersetzt, ein Gerätewagen Strahlenschutz Baujahr 1969 und ein Tanklöschfahrzeug Baujahr 1976. Das neue Fahrzeug erhielt in einer kleinen ökumenischen Feier von den beiden Geistlichen, Pfarrerin Ulrike Berlin und Stadtpfarrer Peter Seidel, den kirchlichen Segen. Dass die Kosten in Höhe von 370 000 Euro keine „Peanuts“ waren, war allen an der Beschaffung beteiligten Gremien klar. Nichtsdestotrotz konnten die verauslagten Mittel durch Zuschüsse des Freistaates Bayern und des Landkreises Günzburg beträchtlich gesenkt werden.

Dass die Zugehörigkeit zur Feuerwehr und der Dienst am Nächsten nicht nur eine kurzweilige „Freizeitgestaltung“ ist, dokumentierte Kommandant und Stadtbrandinspektor Christian Eisele, der durch Kreisbrandrat Robert Spiller und Kreisbrandinspektor Gerhard Hillmann mit dem Feuerwehr-Verdienstkreuz für 25-jährige aktive Wehrzugehörigkeit und Urkunde des Bayerischen Staatsministeriums ausgezeichnet wurde. Dass auch das „aktive Feuerwehrdasein“ einmal ein Ende findet musste Richard Müller, der 1976 in die Günzburger Wehr eintrat, am eigenen Leib erleben. Nach den Statuten endet die aktive Wehrzugehörigkeit mit Erreichen des 60. Lebensjahres. Müller, der aufgrund zahlreich absolvierter Lehrgänge ein „Allrounder“ im Feuerwehrwesen war, bekleidete die letzten Jahre als Löschmeister die Funktion eines Gruppenführers und Maschinisten.

Anschließend setzte sich der Festzug unter den Klängen des Fanfarenzuges, über den Marktplatz zum Feuerwehrhaus, in Marsch. Dass die Günzburger Feuerwehr in der Bevölkerung Anerkennung findet, bewiesen die zahlreichen „Zivilisten“ die sich auf dem Schloßplatz eingefunden hatten und danach auf dem Feuerwehrareal den Klängen des „Duo Skyline“ lauschten und die ausgestellten Einsatzbilder und Einsatzfahrzeuge in Augenschein nahmen.

Aus Günzburger Zeitung vom 12.09.2005


Feuerwehr übt und zerlegt dabei ein fast neues AutoNeues Material in Pkws birgt Gefahren für die Retter

Günzburg (zg).

„Patientengerechte Rettung“ war das Thema einer Übung der freiwilligen Feuerwehr Günzburg in Leipheim. Dabei zerlegten die Floriansjünger auch ein Auto. Das Besondere für die Männer um Kommandant Christian Eisele: es war eine fast neue Mercedes S-Klasse. Außerdem verfügt die Günzburger Wehr als eine der ersten Feuerwehren Deutschlands über ein Computerprogramm, das Informationen über Materialien in neueren Fahrzeugen gibt.

Sinn und Zweck des Auto-Zerlegens war nicht etwa blanke Zerstörungswut, vielmehr ist es dringend nötig, sich zu informieren, da neues Material in Fahrzeugen nach Unfällen viele Gefahren für Rettungspersonal birgt.

Mehr und mehr neue Materialien wie Kunststoff, Aluminium oder aber hochfeste Stähle, die Zugkräfte bis 1500 Newton pro Quadratmillimeter aushalten, werden in Fahrzeugen eingebaut. Sie dienen dem Fahrkomfort und der passiven Sicherheit. Hinzu kommen die verschiedenen Komponenten wie Airbags, Seitenairbags, Knieairbags, Windowbags, Gurtstraffer usw. Auch werden bei neuen Modellen sämtliche Scheiben in Verbundglastechnologie ausgeführt.

Neue Materialien, neue Probleme

Damit haben die Retter aber große Probleme: Zum einen verhalten sich die neuen Materialien anders als gewöhnliches Stahlblech, wenn sie mit Rettungsschere und Spreizer bearbeitet werden, zum anderen stößt die Feuerwehr schnell an die Grenzen ihrer hydraulischen Rettungsgeräte, wenn hochfeste Stähle in der B-Säule oder im Dachbereich eingebaut sind. Hinzu kommt die Gefahr für die Retter, wenn sie mit ihrer Rettungsschere in die Gasgeneratoren oder die pyrotechnischen Einheiten der Airbags hineinschneiden. Ganz zu Schweigen von der Gefahr für den Patienten und die anderen Helfer, die sich ja ebenfalls im unmittelbaren Gefahrenbereich befinden. Erstmals zum Einsatz kam hierbei die neue Rettungsschere der Günzburger Feuerwehr, die eine maximale Schneidkraft von 71 Tonnen aufweist und damit eine der leistungsfähigsten Scheren ist, die auf dem Markt erhältlich sind.

Außerdem wurde bei der Übung das „Crash-Recovery-System“ in Dienst gestellt. Dieses Programm gibt den Rettern Informationen darüber, welche Materialien in welchem Fahrzeug verbaut sind. Es kann die Lage der Batterie ermittelt werden, um Brandgefahr und nachträgliche Airbagauslösung zu verhindern. In einigen Fahrzeugen sind sogar mehrere Batterien verbaut. Weitere Gefahrenpunkte wie Treibstofftank oder Gasgeneratoren werden ebenfalls angezeigt.

So ist es den Helfern möglich, sich schnell auf die neuen Fahrzeugtechnologien einzustellen. Informationen gibt das Programm über die meisten in Deutschland, Europa und den USA erhältlichen Fahrzeuge. Zweimal pro Jahr wird das Programm aktualisiert, so sind die Helfer immer auf dem neuesten Stand. Wie der Kommandant der Günzburger Wehr, Stadtbrandinspektor Christian Eisele weiter mitteilt, ist die Freiwillige Feuerwehr Günzburg unter den ersten zehn Feuerwehren in Deutschland, die das System erprobt haben und jetzt damit ausgestattet sind.

Um die „patientengerechte Rettung“ zu üben, wurde ein neuwertiges Auto fast völlig demoliert.

Bild: FFW

Aus Günzburger Zeitung vom 08.12.2005