Notfallseelsorge

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Logo der Seelsorger Die Struktur des neuen Landesfeuerwehrverbandes Bayern sieht auf der Ebene der Kreisfeuerwehrverbände die Organisation der Notfallseelsorge vor. Für diese neue Aufgabe konnte ein sehr rühriger Feuerwehrmann gewonnen werden, der sowohl die Belange der Feuerwehr bestens kennt, aber auch durch seinen Beruf als Rettungsassistent über die „andere Seite“ sehr gut informiert ist. Es ist dies Bernhard Ziegler aus Günzburg, der den Fachbereich 8 (Notfallseelsorge) im Kreisfeuerwehrverband Günzburg führt und zusätzlich Fachbereichsleiter im Bezirksfeuerwehrverband Schwaben ist.
Im Landkreis Günzburg konnte nach rund zweijähriger Vorbereitung und tatkräftiger Unterstützung durch Diakon Hermann Gienger (Bubesheim) die Notfallseelsorge mit insgesamt sechs Geistlichen im August 1997 aufgenommen werden.
Die Einsatzbenachrichtigung der Notfallseelsorger erfolgt durch knapp scheckkartengroße „Quix-Empfänger“, die das bundesweit tätige Unternehmen Miniruf mit Sitz in Hannover gesponsert hat. Vermittelt hatte die Spende der Günzburger Hermann Bundschuh (Münz-Brauerei), nachdem er einen Vortrag über die Notfallseelsorge gehört hatte. Der Rotary Club Günzburg, mit seinem Präsidenten Hans Hirner an der Spitze, finanzierte für alle sechs Notfallseelsorger die Beschaffung von vorschriftsmäßiger Sicherheitskleidung, die aus gelber Jacke mit Wappen und reflektierenden Streifen, Latzhose, Stiefel und Helm besteht. 4000 Mark wurden dafür aufgewendet. Allen Spendern sei an dieser Stelle öffentlich gedankt. Nur durch deren humanitäres Engagement war es dem Kreisfeuerwehrverband möglich, so schnell eine vollständig ausgerüstete und damit funktionierende Notfallseelsorge auf die Beine zu stellen.

Jacken Aufgaben der Notfallseelsorge im Feuerwehrdienst:
Die Notfallseelsorge wendet sich an drei verschiedene Personengruppen.

1. An die primär Geschädigten:

  • Feuerwehrkollegen, die persönliche Bekanntschaft mit Opfern oder Verunfallten hatten (Tod von Kollegen).
  • Sehr langandauernde und schwierige Einsätze (z. B. Flugzeugabsturz, Busunfall)
  • Betreuung von Verletzten während der Rettung und in Wartezeiten.

2. An die sekundär Geschädigten:

  • Begleitung von Angehörigen, die am Einsatzort sind oder dorthin kommen.
  • Betreuung von Unfallzeugen.

3. An alle Helfenden:

  • Ansprechpartner und Unterstützung der Einsatzkräfte.
  • Begleitung und Fürsorge für erschöpfte Helfer/-innen.
  • Ansprechpartner bei besonders belastenden Einsätzen.
  • Seelische Nachbetreung

Mittlerweile werden die Seelsorger nicht mehr über die Quix-Empfänger alarmiert sondern über Mobiltelefone. Die Seelsorger haben sich natürlich auch verändert, wo mussten die einen verabschiedet werden, andere konnten dagegen dazu gewonnen werden.