Orkan „Emma“ wütet im Norden des Landkreises

Landkreis Orkan „Emma“ hat am Samstag auch Teile des nördlichen Landkreises mit voller Wucht erwischt. Vor allem auf der Linie Rettenbach-Burgau-Röfingen hinterließ der Sturm, der zeitweise mit mehr als 100 km/h über Land fegte, eine Spur der Verwüstung.

Nach Angaben von Kreisbrandrat Robert Spiller wurden in Röfingen und Roßhaupten etwa 30 Dächer abgedeckt, ähnlich viele waren es in Rettenbach. Um in Röfingen über die Runden zu kommen, wurde die Drehleiter der Feuerwehr Ichenhausen angefordert, später auch noch ein Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr Burtenbach. In Roßhaupten kamen die Drehleitern der Feuerwehren Günzburg und Thannhausen zum Einsatz.

40 Mann im Einsatz

Auch in Burgau waren die Rettungskräfte – nach Angaben von Robert Spiller allein etwa 40 Feuerwehrleute – am Samstagvormittag pausenlos im Einsatz, um umgeknickte Bäume zu beseitigen, Schäden an Dächern zu flicken und einen Baum aus der Mindel zu fischen.

Im Inspektionsbereich Burgau waren die Feuerwehren Burgau, Burtenbach, Glöttweng, Haldenwang, Harthausen, Landensberg, Limbach, Mindelaltheim, Rettenbach, Remshart, Röfingen, Roßhaupten und Unterknöringen im Einsatz. Nicht nur die Autobahn musste zeitweise gesperrt werden (siehe unten stehenden Bericht), auch die Kreisstraße zwischen Hammerstetten und Limbach war am Samstagvormittag wegen umgestürzter Bäume phasenweise nicht befahrbar. Gleiches galt für die Straße zwischen Krumbach und Attenhausen – wobei der Süden des Landkreises glimpflicher davonkam als die nördliche Landkreishälfte.

Trotzdem: Auch im Raum Günzburg mussten Rettungskräfte der Feuerwehren Günzburg, Reisensburg und Schneckenhofen sowie des THW ausrücken, um Schäden an Dächern im Gewerbegebiet Donauried zu beheben, umgestürzte Bäume zu entfernen und die Ampel an der B 16 zu sichern.

Nicht nur der Orkan fegte mit Gewalt über den nördlichen Landkreis, eine Kaltfront brachte am Samstagvormittag auch noch Donner, Blitz und Graupelschauer. Im Laufe des Samstags aber beruhigte sich das Wetter wieder – bis alle Schäden beseitigt sind, wird es aber noch einige Zeit dauern.

Aus der GZ vom 03.03.08

Orkan: Südlicher Kreis kommt diesmal glimpflich davon

Krumbach „Emma“: Bei diesem Wort befürchteten viele zuletzt das Schlimmste. Im südlichen Landkreis Günzburg hat der Orkan glücklicherweise aber offensichtlich nur geringe Schäden angerichtet. „Es war kein Vergleich mit dem Orkan vor einem Jahr“, sagten Kreisbrandrat Robert Spiller und Kreisbrandinspektor Wolfgang Härtl. Allerdings mussten wegen umgestürzter Bäume einige Straßen (unter anderem Krumbach-Attenhausen und Ursberg-Mindelzell) vorübergehend gesperrt werden, einige Dächer wurden beschädigt.

In den frühen Morgenstunden des Samstags waren die Feuerwehren teilweise im Dauereinsatz, danach hat sich die Lage wieder beruhigt. Heftiger erwischt hat es den nördlichen Landkreis. In einer Schneise von Rettenbach bis Röfingen wurden nach Mitteilung von Kreisbrandrat Robert Spiller zahlreiche Dächer abgedeckt.

Im Süden ging es glimpflicher ab. Wegen des Unwetters habe es hier keine Unfälle gegeben, hieß es bei der Krumbacher Polizeiinspektion. Aber die Feuerwehren waren auch im südlichen Kreisgebiet kräftig gefordert. Gesperrt werden mussten wegen umgestürzter Bäume die Straßen Krumbach-Attenhausen (bis Samstag, 14 Uhr). Drei Bäume waren hier nach Auskunft des Krumbacher Feuerwehrkommandanten Wolfgang Hiller über die Fahrbahn gestürzt. Im Einsatz war auch die Feuerwehr Attenhausen. Gesperrt wurde nach Mitteilung von Kreisbrandrat Spiller ferner die Straße Maria Vesperbild-Langenneufnach. Hier waren die Wehren aus Schellenbach und Ziemetshausen vor Ort. Gesperrt werden mussten die Straße Ursberg-Mindelzell (Baum auf der Fahrbahn, Feuerwehren Mindelzell und Ursberg vor Ort) und die Verbindung Edenhausen-Mindelzell (zwei Bäume umgestürzt, Feuerwehr Edenhausen im Einsatz). Sturmschäden musste die Feuerwehr auch in Breitenthal beseitigen. In Winzer war wegen diverser Schäden an Dächern die Feuerwehr Winzer gefordert. Im Norden Krumbachs wurde unweit des Kreisverkehrs (B 16) eine Infotafel beschädigt und am Waldsportplatz knickte ein Fahnenmast um.

Zwei Dächer in Thannhausen beschädigt

In Thannhausen wurden durch den Sturm zwei Dächer beschädigt. In der Edmund-Zimmermann-Straße beim Heimatmuseum musste nach Auskunft von Feuerwehrkommandant Karl Heinz Pfitzmayr ein Blechdach gesichert werden. In der Wiesenthalstraße war das Dach eines Wohnhauses in einem Bereich von zwei Quadratmetern Fläche abgedeckt worden. Auch hier war die Thannhauser Wehr vor Ort zur Stelle. Ferner wurden in Thannhausen am Eichberg und in der Karrenbergstraße zwei Bäume beschädigt. In Ursberg wurde ein Teil des Kirchendaches demoliert. Stellenweise kam es in der Region offensichtlich zu kurzzeitigen Stromausfällen. An den Bahnlinien hat es nach Auskunft des Kreisbrandrats im südlichen Landkreis keine Einsätze gegeben.

Auswirkungen hatte der Orkan auf den Sportbetrieb: Die Fußball-Bayernligabegegnung Thannhausen-Bayreuth wurde abgesagt. Insgesamt habe es aber keine schlimmeren Schäden im südlichen Landkreis Günzburg gegeben, sagten Kreisbrandrat Spiller und Kreisbrandinspektor Härtl übereinstimmend.

Die Schäden hielten sich im südlichen Landkreis Günzburg im Rahmen, aber auch hier haben die Menschen in der Nacht von Freitag auf Samstag und am Samstagvormittag einige Wetterkapriolen erlebt: Zunächst zehn Grad plus, dann plötzlich Temperaturen um den Gefrierpunkt, Blitz, Donner, Graupel- und Hagelschauer sowie überfrierende Nässe auf Straßen und Gehsteigen – und dann wieder unvermittelt strahlender Sonnenschein: Es ging „rauf und runter“ in Sachen Wetter. Trotz weiterhin relativ heftigen Windes mussten die Feuerwehren im südlichen Landkreis in der Nacht von Samstag auf Sonntag aber nicht mehr ausrücken.

Schlimmer sah es an diesem Wochenende im nördlichen Landkreis aus. Dort wurden beispielsweise im Raum Rettenbach bis Röfingen/ zahlreiche Dächer abgedeckt. Anders als im südlichen Landkreis waren hier die Feuerwehren am Samstagmittag teilweise immer noch im Dauereinsatz. Die A 8 musste bei Zusmarshausen wegen umgestürzter Bäume vorübergehend komplett gesperrt werden. Zwischen Günzburg und Burgau wurde laut Polizei der Anhänger eines Kleinlastwagens von einer Windböe erfasst und umgerissen.

Zuletzt haben sich die Turbulenzen am Himmel über Mittelschwaben wieder beruhigt. Bei Waldspaziergängen droht aber wohl weiter Gefahr. Hier könnten durch den Sturm abgebrochene Äste herabfallen.

Weitere Infos zum Orkan „Emma“ in der Region unter www.mittelschwaebische-nachrichten.de

Aus den MSN vom 03.03.08

Dieser Bericht wird durch den KFV Günzburg bereitgestellt.