Feuer in Doppelhaushälfte: Vier Verletzte

Vier Bewohner erlitten leichte Rauchvergiftungen ­ Mindestens 100 000 Euro Sachschaden

Günzburg (heo).

Ein
Brand sorgte in einer Doppelhaushälfte im Sieben-Tannen-Weg des
Günzburger Stadtteils Reisensburg am frühen Sonntagmorgen kurz nach
vier Uhr für Angst und Schrecken. Die Bewohner, ein Ehepaar und ihre
beiden 17- und 19-jährigen Kinder, wurden mit leichten
Rauchvergiftungen in das Günzburger Kreiskrankenhaus eingeliefert. Der
entstandene Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen mindestens 100
000 Euro.

Über die Brandursache ist noch nichts bekannt, so
Kreisbrandmeister Helmut Werdich. Klar ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt
nur, dass der Brand nicht im Heizungsraum, sondern in einem Nebenraum
im Keller ausbrach. Auch soll sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs ein
Familienmitglied im Keller aufgehalten haben, das jedoch nur leicht
verletzt den Flammen entkam.

Vermutlich liegt der Brandherd in
einem „Aufenthaltszimmer“, in dem unter anderem defekte Elektrogeräte
aufbewahrt worden seien. Die genaue Brandursache soll am heutigen
Montag ein Spezialist des Landeskriminalamtes klären. Vor Ort waren die
Feuerwehr Reisensburg mit 14 Mann, die Günzburger Feuerwehr mit 34 Mann
und die Feuerinspektion des Landkreises mit drei Mann. Alarmiert wurde
die Wehr um 4.16 Uhr vom Eigentümer des Hauses und seinem Nachbarn, der
selbst bei der Feuerwehr aktiv ist. Die Einsatzleitung hatte Peter
Eisele, Kommandant der Günzburger Feuerwehr, der als erstes ­ rund zehn
Minuten nach der Alarmierung ­ den Sieben-Tannen-Weg erreichte. Vor Ort
war auch Johann Stelzle, der Kommandant der Feuerwehr Reisensburg.

Qualm erschwert die Rettung

„Durch
die enorme Rauchentwicklung waren die Löscharbeiten nicht einfach“,
beschreibt Helmut Werdich den Einsatz. Qualm breitete sich im ganzen
Haus aus. „Zuerst dachten wir, der Dachstuhl brennt.“ Doch schnell war
der Brandherd im Keller ausfindig gemacht. Sieben Mann kämpften sich
mit schwerem Atemschutzgerät durch Rauch und Hitze. Nach gut 15
Minuten, so Werdich, war die Feuersbrunst mit Löschschaum unter
Kontrolle gebracht. Erschwert wurden die Löscharbeiten nicht nur durch
den Rauch sondern auch durch brennende Kabel, die von der Decke hingen.

Anlass
zur Sorge gab den Wehren der Gasanschluss. Eine Gasexplosion schließt
Werdich jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt als Brandursache aus, der
Gaskessel schien unversehrt. In dem Raum, in dem der Brand vermutlich
ausbrach, ist „rein gar nichts“ mehr übrig.

Stromausfall

Auch
das Treppenhaus ist „erheblich“ in Mitleidenschaft gezogen worden.
Eisele spricht von „immensen“ Schäden am Haus. Verursacht durch Rauch
und die enorme Hitzeentwicklung. Sogar Kupferleitungen schmolzen. Das
Haus bleibe bis auf weiteres unbewohnbar. Vom Hausbrand zu spüren
bekamen auch die Nachbarn: In der näheren Umgebung fielen wegen des
Brandes Strom und Heizung aus, weil die Verteilung kurzfristig
zusammenbrach.

Die Feuerwehren aus Reisensburg und Günzburg waren
mit insgesamt acht Fahrzeugen im Einsatz, weil eine Doppelhaushälfte im
Sieben-Tannen-Weg am frühen Sonntagmorgen in Flammen aufging. Der
Brandherd liegt vermutlich im Keller. Brandursache: unbekannt.

Bild: Dieter März

Aus Günzburger Zeitung vom 12.12.2005